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Was macht eine Sauna aus? Wie wirkt ein Saunabad? Was sollte man dabei Beachten? Bei welchen Krankheiten kann ein Saunabad die Heilung fördern bei welchen sollte man es vermeiden? Saunaexperte Andreas Burfeind hat die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Was macht eine Sauna aus?

Muster Polarfichte
Polarfichte

Saunen werden klassisch aus Polarfichte gebaut. Sie bestehen aus einer Holzständerbauweise oder aus massivem Holz. Alternativ wird die Sauna auch aus kanadischem Hemlockholz gefertigt. Um ein angenehmes Liegen auf den Bänken zu gewährleisten wird Abachiholz verwendet. Dieses Holz hat einen geringen Wärmeleitwert und eignet sich daher optimal zum Liegen.

Die klassische Finnische Sauna ist ein trockenes Heißluftbad.

Muster Hemlockholz
Hemlock

Die Temperaturen, die in einer Sauna herrschen, bewegen sich zwischen ca. 70 - 100 °C, je nachdem wie weit oben die Bank gewählt wird. An der Decke habe ich bereits Temperaturen von 110° C gemessen. Die relative Luftfeuchtigkeit geht durch die hohen Temperaturen auf etwa 10% bis 20 % zurück.

Die Wirkungsweise eines Saunabades

Während wir saunabaden, wirken abwechselnd Warm- und Kaltreize auf unseren Körper. Durch Temperaturen zwischen 70° und 100° C in der Sauna erweitern sich unserer Blutgefäße in der Haut, der Körper beginnt als Gegenreaktion auf die Hitze stark zu schwitzen. Durch die Verdunstung des Schweißes entsteht Verdunstungskälte.

Ein Effekt den sich zum Beispiel die Wüstenbewohner in Ägypten zunutze machen, indem Sie mit Wasser gefüllte Tongefäße benutzen. Auch hier entsteht durch das austreten von Wasser in der porösen Tonoberfläche Verdunstungskälte und der Nomade geniest einen „kühlen Drink“.

Saunabaden macht glücklich

Diese Hitze hat verschiedene Auswirkungen auf unseren Körper. Laut Dr. Fritsche steigt die Temperatur im Körperinnern um ca. 1 °C und in der Haut um ca. 10 °C an. Dies entspricht einem künstlichen Fieberschub. Unser Immunsystem bekommt eine Stimulation, und wird entsprechend aktiv, die Abwehr gegen Infekte wird gefördert. Durch die stark durchblutungsfördernde Wirkung der Saunawärmeentspannt sich auch unsere Muskulatur. Ein weiterer sehr angenehmer Effekt ist eine psychisch aufhellende Wirkung. Steigt unser Puls, ähnlich wie beim Joggen, auf immerhin 130 Herzschläge pro Minute, produziert der Körper Endorfine.

Durch die Erweiterung der Blutgefäße in unserer Haut würde sich normalerweise der Blutdruck heben, durch die Erweiterung der Blutgefäße in unserer Haut, wird der Blutdruck jedoch gesenkt. Der normalisierende Effekt auf den Blutdruck hält auch über die Zeit des eigentlichen Saunabades hinaus an.

Auf die Hitze folgt die Abkühlung

Sauna im Wald

Auf die Hitze folgt die Abkühlung. Wir gehen ins Tauchbecken oder unter die Schwallbrause. Spannend sind auch Schneeabreiben oder eine Eisnebeldusche. Nun werden unsere erhöhten Körperwerte wieder normalisiert. Ein herrliches Erlebnis, an das man sich erst einmal gewöhnen muß, aber ein erfahrener Saunagänger würde nicht auf dieses Gefühl verzichten wollen. Das hat auch einen Abhärtungseffekt, weil es in unserem vegetativen Nervensystem Reizimpulse auslöst und unsere Organe dadurch aktiviert. Die gute Durchblutung und das kräftige Schwitzen reinigen unsere Haut und regen die Hautzellen an. Sie ist spürbar glätter und wir angenehm weich. Schlackestoffe sind abgebaut. Entzündungen werden gelindert.

Die Saunabaderegeln - So gehen wir vor beim Saunabaden

Lösen Sie sich vom Alltag, denn was jetzt kommt benötigt einfach Zeit. Zeit in der wir uns etwas gutes tun. Wir sollten mindestens mit 2 bis 3 Stunden rechnen.

Was wird für das Saunabaden benötigt?

Nehmen Sie sich mit:

  1. Ein Liegetuch für den Ruhebereich, alternativ einen Bademantel.
  2. Zwei Handtücher, eines für die Unterlage auf der Saunabank, eines zum Abtrocknen nach dem Abkühlen.
  3. Badeschlappen verringern das Fußpilzrisiko und sind angenehm auf kalten Fliesen und im Hofgang.
  4. Körperpflegemittel, Seife pH 5,2, Shampoo und bei Bedarf ein Duschgel

Jetzt geht es los:

  1. Suchen Sie zuerst noch die Toilette auf
  2. Ab unter die Dusche und den Körper gründlich gereinigt.
  3. Gut abtrocknen, da sonst der Schwitzeffekt in der Sauna unnötig verzögert wird.
  4. Nehmen Sie unbedingt das große Handtuch für die Saunabank mit (das ist hygienischer) und hinein geht es in das Saunavergnügen des ersten Saunagangs. Die entspannteste Art ist das Liegen. Ungefähr 2 – 3 Minuten vor dem Ende des Saunagangs sollten wir uns aufsetzen um den Kreislauf stabil zu halten. Die allgemeine Empfehlung lautet rund 8 bis 14 Minuten sollte ein Saunadurchgang gehen. Achtung: es gilt nicht die Regel “viel hilft viel”, man sollte immer so saunabaden, dass es sich gut anfühlt. Gegen Ende des Durchganges kann man sich noch einen kräftigen Aufguß aus dem Saunaeimer gönnen.
  5. Wenn wir nun aus der Sauna kommen, ist ein Hofgang sehr zu empfehlen, denn unser Körper nimmt nun optimal Sauerstoff auf. Es empfiehlt sich, nicht unmittelbar nach der Sauna ins Tauchbecken zu gehen, sondern erst etwas an der frischen Luft abzukühlen.
  6. Nun wird es Zeit für die Abkühlung durch die Schwallbrause oder auch den Kneippschlauch. Diese sollte man aus hygienischen Gründen immer vor dem Tauchbecken benutzen.
  7. Durch ein warmes Fußbad steigt langsam wieder die Wärme von den Füßen bis hoch zu den Haarspitzen.
  8. Im Wechsel dazu können wir wieder eine erneute Abkühlung genießen. Das ist optimales Gefäßtrainig und beugt lästigen Krampfader vor. Unser Imunsystem wird gestärkt.
  9. Das war zwar sehr entspannend, aber für unseren Körper eine Höchstleistung. Wir haben so viel geleistet wie bei einem 1500 m Waldlauf. Deshalb gönnen wir uns nun eine mindestens 15 minütige Ruhephase. Am angenehmsten in einem Liegestuhl.
  10. Dann beginnt man wieder mit Punkt 2, bis man rund 3 Saunagänge durch hat. Mehr bringt nichts.
  11. Toll ist es wenn man in der Ruhephase eine Massage erhalten kann. Der Körper ist dann wirklich restlos entspannt.

Der Ausgleich des Schweißverlust

Während eines Bades mit drei Saunagängen verlieren wir 0,5 - 1,5 Liter Flüssigkeit. Die Menge ist je nach Typ verschieden. Man rechnet von 15 Gr./min. bis 40 Gr./min. In der Hauptsache wird der Schweiß zunächst aus dem Blut gebildet, was ein leichtes Eindicken des Blutes zur Folge hat. Der Körper ist bestrebt diesen Flüssigkeitsmangel auszugleichen, daher wird überall im Körper dem Fett- und Bindegewebe und der Muskulatur Flüssigkeit entzogen. Gerade diese Flüssigkeitsverschiebung wird auch als Entschlackung bezeichnet. Schwermetalle, Schlacken werden aus dem Gewebe gespült und gelangen in unser Blutsystem. Nur ein geringer Teil dieser Stoffe wird durch die Haut ausgeschieden, sondern vorwiegend über die Nieren und der Leber. Wer optimal entschlacken möchte sollte daher während des Saunabades nicht trinken. Der Körper würde sonst den Flüssigkeitsverlust unmittelbar aus dem Darm ausgleichen, das Entschlacken würde nicht möglich sein. Nach dem Abschluß des Saunaabends kann man dann den Durst mit Fruchtsäften oder Tee löschen und den Körper neue Flüssigkeit zuführen.

Einige Tips für unbeschwertes Saunabaden

Menschen in der Sauna

  1. Nehmen Sie sich Zeit für die Sauna.
  2. Nicht mit vollem Magen in die Sauna. Wenn wir richtig vollgegessen sind, leistet der Körper eine immense Verdauungsarbeit, dadurch kann der Kreislauf in der Sauna überlastet werden.
  3. Der Kontrast von Streß und Sauna ist so gewaltig, daß sie nicht abgehetzt in die Sauna sollten. Kopfschmerzen könnten die Folge sein, denn das im Körper vorhandene Adrenalin, wenn wir gestreßt sind, erschwert die Gefäßerweiterung, ein Hitzestau verhindert ausreichendes Schwitzen.
  4. Einmal Sauna pro Woche reicht aus, da die Wirkung eines Saunaganges ungefähr so lange anhält.
  5. Gerade unseren Kindern, egal welchen Alters sollte Saunabaden gegönnt werden. Sie bekommen ein natürliches Verhältnis zu Ihrem Körper und genießen auch die Wasserattraktionen nach der Sauna.
  6. Auch während der Schwangerschaft ist Saunabaden möglich. Hier gilt zu sehen wie es sich anfühlt. Untersuchungen sollen auf eine leichtere Geburt hinweisen.
  7. Auch ältere Menschen können in die Sauna gehen, nach oben gibt es keine Grenzen.

Der Aufguß

Durch einen Aufguß erhöhen wir kurzfristig die Luftfeuchtigkeit in der Sauna. Das wird bewußt getan, um unserem Körper zusätzlich Wärme zuzuführen. Die Temperatur erhöht sich nicht in der Sauna, aber die Wärmeleitfähigkeit der Luft erhöht sich durch den größeren Massenanteil der Luft, der durch das Wasser dazugekommen ist. Der Wärmeübergang auf den Körper durch einen Aufguß ist wesentlich größer als bei der normalen Luftfeuchtigkeit. Wir gießen das Wasser auf die Diabassteine im Ofen, wodurch das Wasser unmittelbar seinen Aggregatzustand wechselt und Wasserdampf entsteht. Dampf steigt auf und breitet sich in der oberen Luftzone schnell aus und erreicht so zuerst die oberen Liegebänke. Jetzt wedeln wir mit einem Handtuch und verteilen den Dampf gleichmäßig in der Sauna. Tatsächlich sind wir die kältesten Bestandteile in der Sauna und der Wasserdampf kondensiert an unseren Körpern. Viele denken daher, daß Sie vermehrt schwitzen durch den Aufguß, aber dem ist nicht so.

Sehr angenehm sind Duftessenzen im Aufgußwasser. Es handelt sich hier zumeist um Kräuteröle. Diese Ã?le bestehen häufig aus Heilkräuterkonzentraten denen verschiedene Wohltuende Wirkungen zugeschrieben werden.

Die bekanntesten Duftessenzen für den Aufguss:

  • Eukalyptus
  • Pfefferminz
  • Latschenkiefer
  • Birke
  • Grüne Limone
  • Minzige Herbfrische
  • Melisse
  • Nordische Fichte
  • Jasmin
  • Karibik
  • Lavendel
  • Wacholder
  • Sliwowitz
  • Orange
  • Salbei
  • Zitrone

Eine große Auswahl an Duftessenzen für Saunaaufgus und Wohnraum finden Sie im WOGE-Shop.

Wann sollte man nicht in die Sauna gehen

Die Sauna soll uns positiv bereichern und deshalb ist auch zu beachten, das es bestimmte Krankheiten gibt, bei der die Ärzte von Saunabesuch abraten oder einen sehr maßvollen Umgang mit der Sauna empfehlen. Auch diese Thema soll hier angesprochen werden.

Bei folgenden Krankheitsdiagnosen sollte unbedingt vor einem Saunabesuch ein Fach- oder Hausarzt konsultiert werden:

  • Leber- oder Nierenveränderungen
  • Epilepsie
  • Krebs
  • Akute, fieberhafte Erkrankungen
  • Neurovegetative Dysregulationen
  • Erkrankungen des Herzens und des Blutkreislaufes
  • Nicht ausgeheilte Lungentuberkulose
  • Hypertonie
  • zerebrale Durchblutungsstörungen
  • Entzündungen, insbesondere an Organen oder Blutgefäßen

Außerdem sollten wir bei allen Erkrankungen die uns so sehr erschöpfen, daß wir ins Bett müssen, auf die Sauna zwingend verzichten.

Krankheiten bei denen das Saunieren heilsam wirkt

So wie es Einschränkungen bei bestimmten medizinischen Diagnosen gibt, so gibt es aber auch eine Saunaempfehlung, um bestimmte Krankheiten in Ihrer Heilungsphase zu unterstützen und den Genesungsprozeß zu beschleunigen. Diese sind:

  • Nicht aktive, rheumatische Krankheiten
  • Weichteilrheumatismus
  • Periphere Durchblutungsstörungen
  • Chronische Bronchitis
  • Chronische Katarrhe der oberen Atemwege
  • Arthrosen, degenerativ bedingte Wirbelsäulensyndrome
  • depressive Stimmungszustände, Depressionen
  • Asthma bronchiale
  • Hypertone und hypotone Regulationsstörungen

Bei ernsthaften Krankheiten gilt es grundsätzlich den Arzt zu befragen.

Wir wünschen Ihnen Gesundheit und viel Vergnügen!

Ihr WOGE Aktiv Team

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