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Potentialsteuerung in Schwimmbädern Erdung des Schwimmbades PDF Drucken E-Mail

Potentialsteuerung in Schwimmbädern

 

Aus der Wikipedia Stand 2009

Aktuelle Informationen erfragen Sie bitte bei Ihrem Fachbetrieb. Wir übernehmen keine Garantie für die Vollständigkeit dieser Ausführungen und dienen lediglich zu allgemeiner Information. Stellen daher keine Planungsgrundlage nach gesetzlichen Vorschriften dar. Die bitten wir ausdrücklich zu beachten.

Schwimmbäder sind aufgrund des Schwimmbeckens und seiner teilweise nassen und feuchten Umgebung mit einem erhöhten Gefahrenpotential verbunden. In diesem feuchten Milieu sinkt der menschliche Hautwiderstand, und die Empfindlichkeit des menschlichen Körpers für elektrische Berührungsspannungen steigt an. Hier ist, neben den nach DIN-VDE-Norm vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, durch zusätzliche Maßnahmen dafür zu sorgen, dass keine gefährlichen Berührungsspannungen auftreten. Bei isolierenden Fußböden ist eine Potentialsteuerung nicht erforderlich.

Die aktuelle Errichternorm für Schwimmbäder (überdacht und im Freien) sieht für die Schutzbereiche 0 - 2 in Schwimmbädern (überdacht und im Freien) einen zusätzlichen örtlichen Potentialausgleich vor. Eine Potentialsteuerung, wie sie in der Vorgängernorm vorgeschrieben war, ist in der neuen Norm nicht zwingend vorgeschrieben. Dennoch halten Experten eine Potentialsteuerung in Schwimmbädern in den Schutzbereichen 1 und 2, sowie überall dort, wo das Einbeziehen von elektrisch leitfähigen Standflächen in den Potentialausgleich erforderlich ist, für sehr empfehlenswert.

Durch die Potentialsteuerung kann die Standfläche aus schlecht leitendem Material (kein Isoliermaterial), z. B. Beton, Steinzeug, Erdreich, auf angenähert gleiches Potential gebracht werden. Dadurch kann man den Potentialverlauf einer Standfläche gezielt verändern. Somit kann durch die Potentialsteuerung die Wirksamkeit des zusätzlichen örtlichen Potentialausgleiches erheblich verbessert werden.

Die Potentialsteuerung in Schwimmbädern lässt sich auf zwei Arten realisieren:

  • Durch parallel zum Beckenrand geführte Leiter
  • Mittels Baustahlmatten

Grundsätzlich gilt für Potentialsteuergitter:

Die einzelnen Teile der Stahlarmierung für die Potentialsteuerung sind beim Einbringen dauerhaft elektrisch leitend miteinander zu verbinden und an den zusätzlichen örtlichen Potentialausgleich anzuschließen. Die Verbindungsleitung zum zusätzlichen örtlichen Potentialausgleich muss dem halben Querschnitt des Hauptschutzleiters entsprechen, mindestens ist eine 6-mm²-Kupferleitung zu verwenden. Werden die Verbindungsleitungen aus Kupfer hergestellt, so ist die Klemmstelle gegen das Eindringen von Feuchtigkeit zu schützen.

Es empfiehlt sich, als Verbindungsleitungen zwischen der Potentialsteuerung und dem zusätzlichen örtlichen Potentialausgleich feuerverzinkten Bandstahl mit einem Mindestquerschnitt von 30 mm × 3,5 mm oder feuerverzinkten Rundstahl mit einem Mindestdurchmesser von 10 mm zu verwenden. Dieser muss entweder mit der Stahlarmierung verschweißt werden oder mit speziellen Klemmverbindern verschraubt werden. Die Klemmverbindungen sind dem Verschweißen vorzuziehen, da man zum Schweißen weitere DIN-Normen beachten muss und nur ein speziell ausgebildeter Schweißer diese Schweißarbeiten vornehmen darf.

Dauerhaft elektrisch leitende Verbindungen werden nur durch Schweißen oder Klemmen hergestellt. Das auf Baustellen übliche Verrödeln der Matten oder Rundstähle gilt nicht als dauerhaft elektrisch leitende Verbindung, sondern dient nur der Lagefixierung der Matten bzw. Rundstähle.

Die Potentialsteuergitter sollten möglichst dicht unter der Fußbodenoberfläche verlegt werden. Bei großflächig ausgedehnten Potentialsteuergittern ist es vorteilhaft, das Potentialsteuergitter an mehreren Stellen, z. B. Anfang - Mitte - Ende, mit dem zusätzlichen örtlichen Potentialausgleich zu verbinden.

Einen positiven Einfluss auf den Potentialverlauf bei Becken aus Mauerwerk oder Beton, sowohl innerhalb des Beckens als auch außerhalb, hat auch ein eingebrachter Fundamenterder. Zusätzlich eingebrachte Steuererder können sich ebenfalls günstig auf den Potentialverlauf auswirken. Die Erder sind mit in den zusätzlichen örtlichen Potentialausgleich einzubeziehen.[6]

Potentialsteuerung durch parallel zum Beckenrand geführte Leiter

Der Abstand der Leiter untereinander darf 600 mm nicht überschreiten. Es müssen Rundstähle mit einem Mindestdurchmesser von 10 mm verwendet werden.

Mindestens an 2 Stellen müssen zwischen den Leitern Querverbindungen hergestellt werden.

Die Leiter sollten lückenlos in den bereits erwähnten Bereichen verlegt werden. Die Rundstähle sind an den Klemmstellen etwa 150 mm zu überlappen. Zum Verschweißen der Rundstähle ist eine Überlappung von 50 mm - 80 mm ausreichend.

Potentialsteuerung mittels Baustahlmatten

Die üblichen Baustahlmatten mit einer Maschenweite von 150 mm können eingesetzt werden. Die Matten sollen lückenlos in den bereits erwähnten Bereichen verlegt werden.

Zum Verschrauben sind die Matten an den Übergangsstellen etwa mit einer Maschenweite zu überlappen und an mindestens 3 Stellen mit speziellen Schraubklemmen zu verbinden. Zum Verschweißen sind die Matten an den Enden mit 50 mm - 80 mm zu überlappen.[7]

Potentialsteuerung in Baderäumen

In Baderäumen ist die Potentialsteuerung nicht zwingend vorgeschrieben. Sind die Wasserleitungen aus nicht elektrisch leitendem Kunststoff und ist die Badewanne bzw. Duschtasse ebenfalls aus Kunststoff, so kann sogar gemäß der neuen DIN-VDE-Norm auf den Einbau eines zusätzlichen örtlichen Potentialausgleichs verzichtet werden.

Es ist aber ratsam, trotzdem nicht auf den zusätzlichen örtlichen Potentialausgleich und die Potentialsteuerung zu verzichten, denn bei einem Austausch der Wanne gegen eine Wanne aus Stahl ist der Einbau der Sicherheitsmaßnahmen nur mit einem größeren Aufwand möglich.

Die Potentialsteuerung in Baderäumen ist mittels einer Metallgittermatte, z. B. Baustahlmatte mit 150 mm Maschenweite, vorzunehmen. Diese ist möglichst dicht unter dem Fußboden im Estrich zu verlegen. Die Metallgittermatte muss mit einer 4-mm²-Kupferleitung an den zusätzlichen örtlichen Potentialausgleich angeschlossen werden. Die Kupferleitung sollte durchgehend sein, gegen Beschädigungen geschützt werden und möglichst in der Mattenmitte angeklemmt werden. Die Klemmstelle ist gegen das Eindringen von Feuchtigkeit dauerhaft zu schützen.

Werden für das Potentialsteuergitter mehrere einzelne Metallgittermatten verwendet, so müssen diese überlappend miteinander verklemmt werden. Das Verschweißen der Matten ist ebenfalls möglich. Hier sind die gleichen Regeln wie bei Potentialsteuerungen von Schwimmbädern zu beachten.

Gesetzliche Bestimmungen und sonstige Regelwerke

  • DIN VDE 0100 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V

insbesondere:

  • Teil 410 „Schutz gegen elektrischen Schlag“
  • Teil 540 „Zusätzlicher örtlicher Potentialausgleich“
  • Teil 702 „Überdachte Schwimmbäder (Schwimmhallen) und Schwimmbäder im Freien“
  • Teil 705 „Landwirtschaftliche und gartenbauliche Anwesen“
  • Teil 737 „Feuchte und nasse Bereiche und Räume; Anlagen im Freien“
  • „Starkstromanlagen in landwirtschaftlichen Betrieben, Sicherheitsvorschriften“ (VdS Nr. 2057, 7/1998)
  • DIN VDE 0105 Teil 115 „Betrieb von Starkstromanlagen; Besondere Festlegungen für landwirtschaftliche Betriebsstätten“
  • Unfallverhütungsvorschrift VSG 1.4 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“
  • Sicherheitsvorschriften und Merkblätter des Verbandes der Sachversicherer insbesondere:
  • DIN 4099 Schweißen von Betonstahl, Ausführung und Prüfung.

Literaturempfehlung

  • Wilfried Knies, Klaus Schierack: Elektrische Anlagentechnik: Kraftwerke, Netze, Schaltanlagen, Schutzeinrichtungen; 5. Auflage, Hanser Fachbuchverlag. 2006 ISBN 978-3446405745
  • Hans-Günter Boy, Uwe Dunkhase: Elektro Installationstechnik: Die Meisterprüfung; 12. Auflage Vogel Buchverlag, 2007. ISBN 978-3834330796
  • Paul Waldner: Grundlagen der elektrotechnischen und elektronischen Gebäudeausrüstung; Werner-Verlag. 1998 ISBN 978-3804139831
  • Dieter Vogt, Herbert Schmolke: Elektro-Installation in Wohngebäuden: Handbuch für die Installationspraxis; VDE-Verlag GmbH ISBN 978-3800728206
  • Gerhard Kiefer: VDE 0100 und die Praxis: Wegweiser für Anfänger und Profis; 12. Auflage, VDE-Verlag, 2006, ISBN 978-3800728671
Klaus Tkotz: Fachkunde Elektrotechnik; 25. Auflage, Verlag - Europa - Lehrmittel, 2006, ISBN 978-3808531594
 
 
 
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